Allgemeine Einführung

Bildgebende Verfahren sind für die Hirnforschung und die Entwicklung neuer Therapien gegen Hirnerkrankungen unverzichtbar. Das DZNE bündelt seine bundesweite Expertise auf diesem Gebiet im Rahmen des „Nationalen Neuroimaging Netzwerks“.

Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist für diese koordinierte Forschung und Entwicklung der Vorreiter. Die Zentren für klinische Studien des DZNE, in denen Probanden per MRT untersucht werden, sind deutschlandweit verteilt. Für die MRTs wurden einheitliche Betriebsstandards und Qualitätskontrollen entwickelt. Somit ist es möglich, Messdaten, die mit unterschiedlichen Hirnscannern aufgenommen wurden, direkt miteinander zu vergleichen. Zudem ermöglicht diese Standardisierung eine ständige Innovation der MR Bildgebung. Denn neu entwickelte Messmethoden können im Nationalen Neuroimaging Netzwerk nahtlos für deutschlandweite klinische Forschung nutzbar gemacht werden. Das Nationale Neuroimaging Netzwerk ermöglicht also, DZNE-Imaging-Studien höchst innovativ und mit optimaler Qualität durchzuführen. 

Im Rahmen der Bildgebung des NNN versuchen wir folgende Fragen zu beantworten:

  • Welche neuen MRT Marker sind besonders sensitiv und spezifisch in der Differentialdiagnostik von neurodegenerativen Erkrankungen?
  • Welche Bildgebungsverfahren eignen sich für die Frühdiagnose und Verlaufskontrolle?
  • Welche Funktionen haben Hirnregionen die bei Demenzerkrankungen vornehmlich betroffen sind?
  • Welche dieser Funktionen werden durch die Erkrankung beeinträchtigt?
  • Welche Bildgebungsparameter eignen sich um die Wirksamkeit von neuen Therapien zu messen?
  • Warum sind manche Gehirne „widerstandsfähiger“ gegenüber Tau/Amyloid?
  • Wie kompensiert ein Gehirn den Funktionsverlust in einer Hirnregion?
  • Welche Rolle spielen andere Erkrankungen und Risikofaktoren (z. B. Gefäßerkrankungen und Schlaganfälle)?

Um diese Fragen zu beantworten müssen eine Reihe von Herausforderungen überwunden werden:

  • Enge Verzahnung von Grundlagenforschung und klinischer Bildgebung (ohne institutionelle Trennung)
  • Einbindung von experimenteller Bildgebung in eine klinische Umgebung
  • Zugang zu Patienten: Erfordert sehr viele Standorte
  • Bildung ausreichend großer Patienten-Kohorten
  • Longitudinale Studien: Die Bildgebungs-Infrastruktur muss über Jahre verfügbar sein

Um diese Herausforderungen zu meistern bietet das NNN eine Zentrale Koordination und Qualitätskontrolle der Bildgebung in Kollaboration mit universitären klinischen Partnern, die sich der DZNE-Vision anschließen.